Die Costa de la Luz – Küste des Lichts

Andalusien – Eine Region im Kurzporträt

Strand von Zahora Wirtschaftlich spielt in Andalusien nach wie vor die Landwirtschaft eine bedeutende Rolle. Hauptsächlich werden Getreide und Gemüse, Früchte, Oliven, Wein und Baumwolle angebaut und auch exportiert. Viehzucht wird vor allem in den Mittelgebirgen betrieben.

Industrielle Produktionszweige sind der Bergbau, (Petro-)Chemie, Schiffsbau und die Verarbeitung von Olivenöl, Wein, Zucker und Fischkonserven.

Mehr als die Hälfte der Beschäftigten ist im Dienstleistungssektor tätig, zu dem auch Handel, Transport und der Tourismus gerechnet werden.

Nach wie vor liegt Andalusien hinsichtlich des Pro-Kopf-Einkommens unter dem Durchschnitt Spaniens. Die früher sehr hohe Arbeitslosigkeit ist in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen.

Natur und Tierwelt

18 Prozent der Fläche Andalusiens ist geschütztes Gebiet. 23 Naturparks (Parques Naturales), 30 Naturreservate (Reservas Naturales) und 31 Naturlandschaften (Parajes Naturales) verteilen sich zwischen dem Meer und den verschiedenen Gebirgslandschaften.

Hervorzuheben ist der an der Mündung des Guadalquivir gelegene Nationalpark Doñana, ein einzigartiges Schutzgebiet für Tiere. Neben der durch die Ski-Weltmeisterschaft bekannt gewordenen Sierra Nevada (wurde 1999 ebenfalls teilweise Nationalpark) sind die Sierra de Grazalema und die Sierra de Cazorla besonders erwähnenswert.

Im Jahre 1999 wurde die alpine Region Sierra Nevada zum Nationalpark erklärt. Der Park, der größtenteils zur Provinz Granada gehört umfasst mit den beiden schneebedeckten Bergen Mulhacén (3.482 m) und Veleta (3.392 m) die höchsten Berge der iberischen Halbinsel. In den kargen Bergregionen der Gletscher tummeln sich Bergziegen, die bewaldeten mittleren und höheren Bergregionen beeindrucken mit ihrer vielfältigen Fauna und Flora.

Etwa ein Viertel aller in Spanien einheimischen Pflanzen finden sich hier im Nationalpark. Über 60 Pflanzenarten sind ausschließlich hier ansässig. Auch Vogelarten, wie Steinadler, Gänsegeier, Falke und daneben viele auch bei uns beheimatete Vögel wie Blau-, Kohl- und Tannenmeise, Grünspecht, diverse Finken- und Lerchenarten sind hier zu finden. Rotfuchs, Wiesel, Dachs und Ginsterkatze durchstreifen die bewaldeten Regionen.

Ins Hochgebirge gelangt man allerdings nur mit Spezialfahrzeugen oder am besten zu Fuß, etwa von den Ortschaften der Alpujarras aus (Capileira oder Trevélez).

Die Costa de la Luz – Küste des Lichts

Eigentlich könnte sie auch Küste des Windes heißen, denn der fast ständig aus unterschiedliche Richtungen wehende Wind sorgt für angenehme Abkühlung, vor allem im Hochsommer. Wenn es in Sevilla mal wieder über 40°C heiß ist, fliehen die Spanier an die Küste, dann finden auch die deutschen Urlauber an der Costa de la Luz ganze Strandabschnitte vor, die von den Einheimischen gern aufgesucht werden. Meist sind die Familien gut ausgerüstet, mit allem, was den Tag am Strand angenehm macht: Sonnenschirme, Windschutz, geräumige Kühlboxen, Strandmatten und natürlich genügend zu essen und zu trinken.

Aber auch in den übrigen Monaten ist das Meer angenehm warm. Von Mai an, wenn das Wasser die 20°C-Marke überschreitet bis in den Oktober (teilweise bis in den November) hinein, kann man hier Badefreuden genießen, da der Atlantik hier wärmer als in Portugal ist. Dabei ist für Urlauber die eine schöne Brandung lieben, das Meer fast immer gut in Bewegung.

Aber auch für die „kleinen“ Urlauber ist es bei Ebbe an vielen Strandabschnitten einfach wunderbar und das Baden relativ ungefährlich. An den bewachten Strandabschnitten sollte man ohnehin die Farbe der Flaggen beachten und auf keinen Fall ins Wasser, wenn es wegen starker Strömung nicht erlaubt ist.

Wenn sie etwas mehr von dieser Gegend Spaniens kennen lernen wollen, empfehlen wir Ihnen auf jeden Fall eine Fahrt ins Hinterland zu unternehmen. Dafür sollten Sie sich mindestens einen Tag Zeit nehmen und in einem klimatisierten Mietwagen vielleicht einmal die folgende Tour absolvieren:

Tour durch das Hinterland der Costa de la Luz

Blick auf  Vejer

Wir starten früh morgens in einem der schönsten weißen Dörfer Spaniens, in Vejer de la Frontera, das zur Zeit der maurischen Besetzung Grenzstadt war (daher der Name), und daher hart umkämpft war.

Lassen Sie Ihr Auto bereits an einem Seitenstreifen vor der Einfahrt in die Altstadt stehen um diese Stadt zu Fuß zu durchstreifen.

Nehmen Sie sich Zeit um Entdeckungen zu machen, z.B. die Plaza de los Pescaitos in der Altstadt, deren Brunnen mit den darin schwimmenden Goldfischen dem Platz seinen Namen gab.

Plaza de los PescaitosVon dort schlängeln sich diverse Gassen die Altstadt hinauf, in denen Sie Ihre Kamera an besten immer griffbereit haben. Stille Innenhöfe wechseln mit kleinen Plätzen, an denen Sie sich in einer typisch spanischen Tapas-Bar erfrischen können und ein Stück spanischen Lebens hautnah miterleben können.

Für die Fahrt ins Landesinnere verlassen wir Vejer in Richtung Medonia Sidonia, dass wir aber südlich umfahren und uns dann nach Osten orientieren in Richtung Alcalà de los Gazules.

Hier könnten Sie eine Erfrischung gebrauchen, bevor der interessantere Teil der Strecke beginnt, die allerdings auch kurviger wird. Von Alcalà aus fahren Sie nach Nordosten, Richtung Ubrique,
der Stadt, die durch ihre Lederwaren bekannt geworden ist.

Vielleicht ist es hier an der Zeit das Mittagessen einzunehmen. Lassen Sie ihr Auto am Ortseingang oder in der Nähe der Innenstadt stehen und begeben Sie sich zu Fuß in die Innenstadt in eine der zahlreichen Tapas-Bars und erleben Sie erneut spanisches Leben pur.

UbriqueNach dieser Erholungspause sind Sie bereit für noch mehr Natur und noch ein weißes Dorf. Unsere Tour führt uns jetzt in Richtung Nordosten nach Grazalema, eines der schönsten weißen Dörfer, welches inmitten eines Naturparks liegt (Parque Natural Sierra de Grazalema).

Falls Sie in der Mittagszeit oder am frühen Nachmittag ankommen, erleben Sie vielleicht noch die spanische Siesta mit.

Gasse in GrazalemaLassen Sie Ihr Auto am Ortseingang stehen und nehmen Sie sich Zeit, um die Gassen zu Fuß zu durchwandern. Werfen Sie einen Blick in die Seitengassen und steigen Sie langsam die immer weiter ansteigende Dorfstraße hinauf.

Für Grazalema sollten Sie sich mindestens 2 Stunden Zeit nehmen, um sich auf den spanischen Lebensrhythmus einzuschwingen.
Wenn Sie genug fotografiert haben und Ihre Tour fortsetzen wollen, empfehlen wir Ihnen nach Westen in Richtung Arcos de la Frontera über El Bosque zu fahren. Die Straße ist zunächst noch sehr kurvig, die Aussicht auf die Landschaft entschädigt Sie auf jeden Fall.

Schon die Anfahrt von Ferne ist beeindruckend, die Stadt thront auf einem steilen ockerfarbenen Felssockel am Ufer des Río Guadalete.

Sierra de GrazalemaIn Arcos angekommen sollten Sie sich auch hier wieder einen Parkplatz am Ortseingang suchen oder Sie fahren ein Stück weit in Richtung Zentrum, bis Sie an eine Tiefgarage kommen und stellen dort Ihr Auto ab.

Von dort ist es nicht mehr weit bis zum (fast) höchsten Punkt der Stadt, der Plaza de Cabildo, an dem sich Rathaus, das Parador und die Kirche Santa Maria de la Asuncíon befinden. Die kleinen, engen Gassen verraten maurische Einflüsse, obwohl die Stadt schon von den Römern gegründet wurde. Arx-Arcis („hohe Festung“) nannten es die Römer wegen seiner leicht zu verteidigenden Lage und der strategischen Bedeutung.

Vom Aussichtsbalkon hat man einen weiten Blick über die Guadalete-Schlucht. Die Kirchen nahebei Santa María und San Pedro sowie das 1000 Jahre alte Castillo repräsentieren eine Stilmischung aus Gotik, Mudéjarstil und Barock.

Bevor Sie abreisen sollten Sie noch einige Schritte hinauf zu einem kleinen Platz in der Altstadt gehen, den Sie nach Durchschreiten eines Torbogens erreichen. Bis hier hinauf fährt auch ein Linienbus, der sich mit Mühe durch die engen Gassen quält.

In einer der Bars lohnt es sich auf jeden Fall, noch ein paar Tapas zu sich zu nehmen bevor es an die Rückfahrt geht. Hier oben sitzen auch viele Einheimische und halten ein Schwätzchen bei einem kühlen Bier, einem kleinen Roten oder einem Sherry. Oft stehen die Tische voller Teller mit den verschiedensten kleinen Gerichten (Tapas) die den ganzen Tag über sehr gern verzehrt werden.

Arcos de la FronteraTapas unterscheiden sich regional deutlich, es können Salate (sehr beliebt: Kartoffelsalat), verschiedene gegrillte Fleisch- und Fischsorten und auch in Soßen eingelegte Gemüse oder lokale Spezialitäten sein. Viele Gerichte werden kalt serviert und es lohnt sich am Tresen einmal die Auswahl zu inspizieren und sich auf das eine oder andere geschmackliche Abenteuer einzulassen.

Ausgeruht und vielleicht schon ein wenig müde treten Sie jetzt die Heimreise an. Der schnellste Weg zurück an die Küste führt Sie nach Süden über Medonia Sidonia und anschließend wieder Richtung Vejer de la Frontera, dem Ausgangspunkt unserer Tagestour. Eine gut ausgebaute Landstrasse führt Sie zurück an die Küste. Am nächsten Tag haben Sie sich vielleicht Ruhe verordnet und Sie genießen wieder einen schönen Tag am Strand, etwa der Playa de Zahora mit Blick auf den Leuchtturm von Trafalgar.