Marienhafe und Störtebeker

„Klaus Störtebeker“, der Mitte des 14. Jahrhunderts in der Hansestadt Wismar geboren sein soll und Anfang des 15. Jahrhunderts auf spektakuläre Weise hingerichtet worden sein soll, ist der wohl bekannteste Seeräuber Deutschlands und ein Mann, um den es viele Spekulationen und Gerüchte gibt. In der Bundesrepublik Deutschland gibt es gleich mehrere Orte, die sich damit rühmen, dass es eine Verbindung des Ortes mit dem berühmten Piraten gibt bzw. geben soll. Solche Orte sind zum Beispiel die Insel Helgoland, wo Störtebeker nach einer schweren Seeschlacht im April des Jahres 1401 festgenommen worden sein soll; die Stadt Wismar, wo Störtebeker bekanntlich geboren sein soll, und auch der kleine ostfriesische Ort Marienhafe.

In Marienhafe soll Klaus Störtebeker Ende des 14. Jahrhunderts nicht nur die Tochter eines friesischen Häuptlings geheiratet haben, sondern zudem im Turm der „St. Marien Kirche“ längere Zeit Unterschlupf gefunden haben.  Wie bei vielen Geschichten rund um den berühmten Seeräuber Störtebeker, lässt sich dessen Wahrheitsgehalt kaum beweisen. Sicher ist allerdings, dass man zum Beispiel im Ort Marienhafe auch heute noch sehr viel findet, was an Klaus Störtebeker erinnert. Wer einmal einen Urlaub in Ostfriesland verbringt, der sollte einmal den Ort Marienhafe aufsuchen und sich selbst davon überzeugen. Wer nach Marienhafe kommt, um dort die Spuren des Klaus Störtebeker zu suchen, der sollte sich zum beschaulichen kleinen Marktplatz des Ortes begeben, den Sie rechts auf dem Bild sehen können. Wer etwas Glück hat, der findet dort sogar direkt einen Parklatz für sein Fahrzeug und muss dann nur noch wenige Schritte gehen, um sich der Legende Störtebeker zu nähern.

Direkt auf dem Marktplatz in Marienhafe findet man ein Störtebeker Denkmal, das den Seeräuber beim Überqueren einer Planke zeigt.  Dieses Denkmal gehört sicherlich zu den am meisten fotografierten Motiven im Ort Marienhafe. Aber ein weiteres, sehr beliebtes Motiv, befindet sich nur rund 100 Meter von diesem Störtebeker Denkmal entfernt, sprich die Marienhafener Kirche „St. Marien“ mit ihrem markanten Kirchturm.

Rechts sehen Sie den Kirchturm der „St. Marienkirche“, der schon seit langer Zeit unter dem Namen „Störtebekerturm“ bekannt ist, da sich der Seeräuber dort, wie oben bereits erwähnt, längere Zeit aufgehalten haben soll, um Unterschlupf zu finden. In dem Turm findet man in der heutigen Zeit im Übrigen ein recht interessantes Museum, in dem es sich natürlich um den Piraten Störtebeker dreht. Den Störtebekerturm und das Denkmal kann man natürlich stets besichtigen. Wem dies jedoch nicht reicht, der sollte den Ort Marienhafe zu ganz bestimmten Zeiten aufsuchen, denn es findet dort jährlich ein „Störtebeker Straßenfest“ statt (immer am ersten Samstag im Juni) und zudem kann man dort alle drei Jahre die „Störtebeker-Freilichtspiele“ betrachten, in dessen Rahmen sich Marienhafe mehrere Wochen lang mittelalterlich zeigt.

Günter Dehne